Für eine starke Innovationsförderung: Evaluation von Innosuisse durch den Schweizerischen Wissenschaftsrat SWR

04 juin 2026
du/par Schweizerischer Wissenschaftsrat SWR, Geschäftsstelle
#Innovationspolitik #allemand

2025 beauftragte das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI den Schweizerischen Wissenschaftsrat SWR mit einer Analyse des Innosuisse-Förderportfolios. Der SWR prüfte, ob die Instrumente von Innosuisse auf den Kernauftrag der Innovationsagentur ausgerichtet sind, welche Rolle Spezialprogramme des Bundesrates spielen und wo es Komplementaritäten, Lücken oder Überschneidungen innerhalb und ausserhalb des Förderportfolios von Innosuisse gibt. Auf dieser Grundlage formulierte der SWR Empfehlungen zur Verbesserung des Innosuisse-Portfolios.

Innosuisse ist mit seinem Förderportfolio gut aufgestellt

Der Evaluationsbericht liegt nun der Öffentlichkeit vor. Der SWR kommt zum Schluss, dass das Portfolio von Innosuisse den gesetzlichen Aufgaben entspricht. Insgesamt ist das Portfolio kohärent, und die Förderinstrumente ergänzen sich gut. Der Schwerpunkt liegt auf der Bottom-up-Förderung, wobei die Flagship-Initiative die Festlegung thematischer Schwerpunkte und die proaktive Behandlung von Querschnittsthemen wie der Nachhaltigen Entwicklung ermöglicht. Spezialprogramme des Bundesrates werden meist nach den Grundsätzen der Innosuisse-Projektförderung umgesetzt.

Aus systemischer Sicht fügt sich das Portfolio von Innosuisse gut in das übergeordnete Innovationsumfeld ein. Es besteht eine klare Aufgabenteilung mit anderen Förderprogrammen auf kantonaler, nationaler und europäischer Ebene. Zu den Förderinstrumenten, zu denen Schweizer Innovationsakteure keinen oder nur begrenzten Zugang haben, gehören das Small Business Innovation Research Programme (SBIR-Programm) und die Advanced Research Projects Agency (ARPA). Beide Programme stammen aus den USA und sind traditionell eng mit der dortigen Ressortforschung verbunden.

Vorschläge für Optimierungen und vertiefende Analysen

Ein Potenzial für eine bessere Koordination oder Konsolidierung der Innosuisse-Instrumente besteht aus Sicht des SWR bei Projekten ohne Umsetzungspartner sowie bei Dienstleistungen in den Bereichen Vernetzung, Coaching und Training. Die Flagship-Initiative sollte noch stärker mit den themenübergreifenden Prioritäten des Bundesrates abgestimmt werden. Der SWR schlägt zudem vor, Hürden für Umsetzungspartner in Innosuisse-Projekten abzubauen und Umsetzungspartner aus der Praxis, der Gesellschaft und öffentlichen Einrichtungen stärker zu berücksichtigen. Weiter empfiehlt der SWR, den Zugang zu Risikokapital und Eigenkapitalfinanzierung zu erleichtern.

Schliesslich hat der vorliegende Evaluationsbericht in einigen Bereichen noch Bedarf an weiterführenden Analysen geortet. Dies betrifft die Erfolgsraten von Anträgen und deren Auswirkungen auf das Förderportfolio von Innosuisse, die Frage von Direkt- und Einzelförderung von Unternehmen sowie die strategische Bewertung von Dual-Use- und militärischer Forschung und Entwicklung.

Innosuisse hat sich in einer Stellungnahme zur Evaluation des SWR geäussert und die Empfehlungen weitgehend begrüsst. Einige Umsetzungsmassnahmen sind bereits in Planung.

Der Evaluationsbericht, die externen Studien sowie die Stellungnahme von Innosuisse stehen ab sofort auf der Website des Schweizerischen Wissenschaftsrats zum Download bereit.